Rückenschmerz ist nicht gleich Rückenschmerz
Rund 80 % aller Erwachsenen erleben im Laufe ihres Lebens Rückenschmerzen. Die Ursachen sind extrem vielfältig: Muskuläre Verspannungen, Bandscheiben-Veränderungen, Facetten-Gelenkarthrose, Wirbelgleiten (Spondylolisthese), Osteoporose-bedingte Frakturen, spinale Stenose — und nicht selten auch psychosomatische Komponenten.
Ein zentrales Prinzip unserer Praxis: Erst genau diagnostizieren, dann gezielt behandeln.Pauschale „Rückenschmerz-Pakete" gibt es bei uns nicht. Wir nehmen uns Zeit für Anamnese, klinische Untersuchung und — wenn nötig — gezielte Bildgebung (Röntgen, MRT).
Konservative Therapie steht im Vordergrund
Bei über 90 % der Rücken-Patient:innen ist eine Operation nicht nötig. Die konservative Therapie hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht — und sie ist fast immer der erste Schritt.
- Physiotherapie & Krankengymnastik: Gezielter Kraft- und Haltungsaufbau
- Manuelle Therapie & Chiropraktik: Mobilisation blockierter Segmente
- Akupunktur: GKV-erstattungsfähig bei chronischen Kreuzschmerzen
- Osteopathie: Ganzheitlicher Ansatz, gerade bei funktionellen Beschwerden
- Stoßwelle: Bei Triggerpunkten und Muskel-Verhärtungen
- Periradikuläre Therapie (PRT): CT- oder bildwandler-gesteuerte Injektion direkt an die Nervenwurzel
- Facetten-Infiltration: Gezielte Entlastung der kleinen Wirbelgelenke
Diese Verfahren lassen sich oft kombinieren und helfen vielen Patient:innen nachhaltig — auch wenn ein MRT scheinbar „bedrohlich" aussieht. Wichtig ist immer der klinische Befund, nicht das Bild allein.
Wann ist eine Wirbelsäulen-Operation nötig?
Eine OP kommt in Frage, wenn:
- Neurologische Ausfälle bestehen (Lähmungen, Blasen-/Mastdarmstörung)
- Starke Schmerzen über mehrere Monate trotz leitliniengerechter konservativer Therapie bestehen
- Der Befund strukturell klar operationspflichtig ist (große Bandscheiben-Sequester, hochgradige Stenose, Instabilität)
- Frakturen bei Osteoporose drohen zu versagen (Kyphoplastie kann hier sinnvoll sein)
Wichtig: Die Entscheidung für eine OP trifft nie das Bild allein, sondern immer der klinische Zustand im Kontext mit Lebensqualität und Alltagsbeeinträchtigung.
Minimal-invasive Verfahren
Wenn eine OP unumgänglich ist, setzen wir auf minimal-invasive Techniken in Kooperation mit regionalen Wirbelsäulen-Zentren:
- Mikro-diskektomie bei Bandscheibenvorfall
- Perkutane Stabilisation bei Frakturen und Instabilitäten
- Endoskopische Dekompression bei spinaler Stenose
- Kyphoplastie / Vertebroplastie bei Osteoporose-Frakturen
Nach allen Eingriffen übernehmen wir die komplette Nachsorge in unserer Praxis — inklusive Koordination mit Physiotherapie, Reha und Hausarzt.
Osteoporose-Sprechstunde
Osteoporose ist eine der häufigsten — und am meisten unterschätzten — Ursachen für Rückenschmerzen im Alter. In unserer Praxis führen wir standardisierte Osteoporose-Diagnostik durch: DXA-Knochendichtemessung, Laborwerte, FRAX-Risiko-Kalkulation. Falls notwendig, erstellen wir einen individuellen Therapieplan — in Abstimmung mit Hausärzt:innen und Endokrinolog:innen.
Was Sie selbst tun können
- Bewegung schlägt Schonung. Bettruhe verschlimmert Rückenschmerzen meist.
- Rückenschonendes Training 2–3x pro Woche, am besten mit fachkundiger Anleitung.
- Ergonomie am Arbeitsplatz — wir beraten gerne, auch zu Hilfsmitteln.
- Gewichtsmanagement — jedes Kilo weniger entlastet die Wirbelsäule.
Rücken schmerzt über Wochen?
Warten Sie nicht zu lange — bei anhaltenden Beschwerden ist eine gezielte Diagnostik wichtig. Wir klären gemeinsam die Ursache und finden den besten Weg.
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