Handchirurgie
Die Hand ist das am häufigsten eingesetzte Werkzeug des Menschen — und entsprechend anfällig für Überlastungen, Engpass-Syndrome und Verschleiß. Viele Beschwerden lassen sich zunächst konservativ behandeln: Schienung, Injektion, Ergotherapie. Wenn das nicht ausreicht, kommen schonende operative Verfahren zum Einsatz — die meisten in örtlicher Betäubung, ohne Krankenhausaufenthalt.
Wir behandeln unter anderem:
- Karpaltunnelsyndrom: Dekompression des Nervus medianus bei nächtlichen Handbeschwerden, Kraftverlust, Taubheit. Minimal-invasiv, Fäden nach 10–14 Tagen.
- Schnappfinger (Tendovaginitis stenosans): Spaltung des Ringbands A1. Nach dem Eingriff ist der Finger sofort wieder normal beweglich.
- Morbus Dupuytren: Strangartige Bindegewebs-Verhärtungen in der Handfläche lassen sich operativ entfernen (partielle Fasziektomie).
- Ganglion / Überbein: Entfernung bei Beschwerden oder funktioneller Einschränkung.
- Rhizarthrose (Daumensattelgelenk): Stufentherapie von Injektion über Orthese bis zur OP (Resektionsarthroplastik oder Prothese).
Fußchirurgie
Der Fuß trägt uns ein Leben lang — Schmerzen hier schränken den Alltag massiv ein. Die häufigsten operativen Eingriffe betreffen Fehlstellungen des Vorfußes sowie Nervenengpass-Syndrome.
- Hallux valgus (Ballenzeh): Korrektur der Großzehen-Fehlstellung per minimal-invasiver oder offener Technik. Auswahl des Verfahrens je nach Befund und Lebensumständen.
- Hallux rigidus: bei verschlissenem Großzehengrundgelenk — von gelenkerhaltenden Eingriffen (Cheilektomie) bis zur Arthrodese.
- Hammer- und Krallenzehen: Korrektur bei schmerzhaften Zehenfehlstellungen mit Druckstellen.
- Morton-Neurom: Entfernung oder Neurolyse eines Nervenengpass-Tumors zwischen den Mittelfußknochen.
- Fersensporn / Plantarfasziitis: bevorzugt konservativ mit Stoßwelle und Einlagen; operative Therapie nur im Ausnahmefall.
Ablauf eines ambulanten Eingriffs
Vorgespräch: Klinische Untersuchung, Bildgebung (Röntgen / MRT), Aufklärung über Risiken, Alternativen und Heilungsverlauf. Blutverdünner werden nach individueller Absprache angepasst.
OP-Tag: Ankunft etwa 1 Stunde vorher. Die meisten hand- und fußchirurgischen Eingriffe erfolgen in Lokalanästhesie oder Regionalbetäubung des Arms bzw. Beins. Sie sind durchgehend ansprechbar, spüren aber keinen Schmerz. Die Operation dauert 20–60 Minuten.
Entlassung: Noch am selben Tag. Sie erhalten eine Schiene oder einen Spezial-Schuh, Schmerzmittel und einen schriftlichen Nachbehandlungsplan. Ein Erwachsener sollte Sie abholen — Autofahren ist am OP-Tag nicht möglich.
Heilung und Rückkehr in den Alltag
- Karpaltunnel: Leichte Arbeit nach 1 Woche, schwere nach 3–4 Wochen
- Schnappfinger: Sofort wieder beweglich, leichte Belastung nach wenigen Tagen
- Hallux valgus: Entlastungsschuh für 4–6 Wochen, normales Schuhwerk nach 6–8 Wochen
- Morton-Neurom: Entlastung 1–2 Wochen, dann zunehmende Belastung
Parallel zur Wundheilung ist bei Hand-Eingriffen oft Ergotherapie sinnvoll, bei Fuß-OPs Physiotherapie oder maßgefertigte Einlagen. Wir koordinieren das für Sie.
Wann lohnt sich der Eingriff?
Bei Händen und Füßen gilt: Wir operieren, wenn die Beschwerden den Alltag einschränken und konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind. Bei einem asymptomatischen Hallux valgus ist aus medizinischer Sicht zum Beispiel keine OP nötig. Bei nächtlichen Schmerzen mit Gefühlsverlust durch Karpaltunnelsyndrom hingegen empfehlen wir eine OP früh — spätere Nervenschäden können bleibend sein.
Beschwerden an Hand oder Fuß?
Lassen Sie uns gemeinsam schauen, welches Vorgehen für Sie das beste ist — oft hilft bereits ein konservativer Ansatz.
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