Was ist eine Arthroskopie?
Die Arthroskopie — auch Gelenkspiegelung genannt — ist ein minimal-invasives operatives Verfahren. Über zwei bis drei kleine Hautschnitte (meist 5–10 mm) führen wir eine Spezialoptik (Arthroskop) und feine Instrumente direkt in das Gelenk ein. Auf dem Bildschirm sehen wir das Innere des Gelenks in hoher Auflösung und können Schäden gleichzeitig diagnostizieren und behandeln.
Der große Vorteil gegenüber offenen Operationen: kaum Gewebeschaden, weniger Schmerzen, geringeres Infektionsrisiko und eine deutlich kürzere Heilungszeit. Die meisten arthroskopischen Eingriffe in unserer Praxis sind ambulant durchführbar — Sie sind noch am selben Tag zu Hause.
Wann ist eine Arthroskopie sinnvoll?
Nicht jede Gelenkbeschwerde braucht eine Operation. Bevor wir eine Arthroskopie empfehlen, klären wir mit Ihnen zuerst die konservativen Optionen — Physiotherapie, Injektionen, Stoßwellentherapie, Gewichtsreduktion, Gelenkschulung.
Eine Arthroskopie wird empfohlen, wenn die konservative Therapie ausgeschöpft ist oder die Diagnose (MRT, klinischer Befund) eine OP-pflichtige Strukturschädigung zeigt. Häufige Indikationen:
- Knie: Meniskusriss, Kreuzbandruptur (vorderes + hinteres), freie Gelenkkörper, Knorpelschaden
- Schulter: Rotatorenmanschetten-Ruptur, Impingement, Kalkschulter, SLAP-Läsion, rezidivierende Schulter-Luxation
- Ellenbogen: Tennisellenbogen (wenn konservativ therapieresistent), freie Gelenkkörper, Bewegungseinschränkung
- Sprunggelenk: Impingement, Knorpelschäden, Bandverletzungen
Ablauf des Eingriffs
Voruntersuchung: Klinische Untersuchung, bildgebende Diagnostik (MRT, Röntgen), Anästhesie-Gespräch, Aufklärung über Risiken und Alternativen. Bei Ihnen zu Hause: Medikamenten-Check (Blutverdünner!), nüchtern ab Mitternacht vor dem OP-Tag.
Am OP-Tag: Ankunft etwa 1 Stunde vor Eingriff. Je nach Lokalisation und Komplexität führen wir die Arthroskopie in Kurznarkose, Regional- oder Lokal-Anästhesie durch. Der Eingriff selbst dauert 30–60 Minuten. Nach einer Überwachungsphase (1–2 Stunden) können Sie in Begleitung nach Hause.
Nachsorge: Erste Kontrolle nach 2–3 Tagen, Fadenzug (falls resorbierbare Fäden nicht ausreichen) nach 10–14 Tagen. Gezielte Physiotherapie beginnt je nach Eingriff direkt oder nach 1–2 Wochen. Wir begleiten den gesamten Prozess.
Heilungsverlauf und Rehabilitation
Die Rekonvaleszenz hängt stark vom Eingriff ab. Richtwerte aus unserer Erfahrung:
- Meniskus-Teilresektion: Vollbelastung nach 1–2 Wochen, Sport ab 4–6 Wochen
- Meniskus-Naht: Teilbelastung für 4–6 Wochen, Sport ab 3 Monaten
- Kreuzband-Plastik: Teilbelastung 2 Wochen, Sport je nach Sportart 6–9 Monate
- Rotatorenmanschetten-Naht: Schlinge für 4–6 Wochen, Kraftaufbau ab 3 Monaten
- Schulter-Dekompression (Impingement): Rückkehr zu leichten Aktivitäten nach 2–3 Wochen
Wichtig ist eine strukturierte Reha. Wir stimmen mit Ihrer Physiotherapie und ggf. einem Reha-Zentrum das beste Vorgehen ab. Bei Leistungssportler:innen koordinieren wir auf Wunsch direkt mit Trainern und Teamärzten.
Risiken und Ehrlichkeit
Jeder operative Eingriff hat Risiken. Bei der Arthroskopie sind sie vergleichsweise gering, aber real: Infektion, Nachblutung, Thrombose, vorübergehende Nervenreizung, in seltenen Fällen Gelenksteife. Bei Meniskus-Naht oder Kreuzband-OP kann eine Re-Ruptur auftreten.
Wir sprechen offen über diese Risiken — und auch über die Frage, ob eine OP wirklich das Beste für Sie ist. Bei degenerativen Meniskusrissen bei älteren Patient:innen beispielsweise zeigen Studien, dass eine Arthroskopie oft keine besseren Ergebnisse bringt als gezielte Physiotherapie. In solchen Fällen raten wir bewusst von einer OP ab.
Warum Arthroskopie in unserer Praxis?
- Über 20 Jahre orthopädische Erfahrung, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
- Zusätzliche juristische Qualifikation (LL.M. Medizinrecht) — wir denken auch haftungsrechtlich
- Ambulant, wohnortnah in Koblenz — keine langen Anfahrten zur Klinik
- Enge Zusammenarbeit mit lokalen Physiotherapie-Praxen und Reha-Zentren
- Zeit für Ihre Fragen — vor und nach dem Eingriff
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